Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Afghanistan | Eine Grube für die Hoffnung

Wir proben in einem Theater in Kabul ein Stück über Selbstmordattentäter. Dann geschieht ein Selbstmordattentat Kabul, Afghanistan. 15.08.2018. 16:05. Die Proben zu unserem neuen Theaterstück, das den andauernden Konflikt im Land aus satirischer Perspektive behandelt, sind für heute beendet. Die Stimmung ist gelöst. Es fehlen nur noch Feinschliffe, und dann kann unsere Inszenierung, inspiriert von Pablo Neruda‘s 20 Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung, der afghanischen Öffentlichkeit präsentiert und zur mit Sicherheit leidenschaftlicher Diskussion freigegeben werden. Eine der heute geprobten Szenen hat den Titel Der schönste Selbstmordattentäter der Welt. Meine sechs afghanischen Kollegen und ich scherzen ausgelassen über die Absurdität dieser in Afghanistan bis vor wenigen Jahren noch unbekannten Form des (Er-)Mordens, und darüber, wie diese und andere Arten zu sterben, den Alltag der Menschen auf Schritt und Tritt bestimmen. Wir sammeln ein paar Sätze, die wohl fast alle Afghanen tagtäglich zu hören bekommen und die zu einer Art Überlebensmantra geworden sind. Sätze wie „Wann immer du eine Gruppe von mehr als fünf Menschen siehst, bleib von ihr fern, denn es könnte sich jemand in die Luft sprengen“, oder „Untersteh dich nach einer Explosion den Opfern sofort zu helfen. Ein weiterer entehari könntedarauf warten, auch dich mit in den Tod zu reißen“. Auch „Es hat sich schon seit Tagen niemand mehr in die Luft gesprengt. Es kann nicht mehr lange dauern, und dann heißt es wieder Gräber schaufeln“ gehört zum Grundwortschatz. Als ich meinen Kollegen auf Anfrage berichte, dass die Verabschiedungsfloskeln, die ich mit meiner Familie in Hamburg austausche, im Normalfall auf ein herzliches „Tschüss“ oder „Bis heute Abend“ reduziert werden können, wird der Proberaum kurz still und alle schauen betreten zu Boden. Dann ergreift Doktor Sharif (Spitzname „Actor Sharif“), ein ehemaliger politischer Gefangener und Guerillakämpfer, und das mit Abstand älteste Mitglied unserer Gruppe, das Wort: „Hjalmar jan, leider haben 40 Jahre Krieg nicht nur unsere Körper und unsere Seelen zerstört. Auch unsere kulturell so hoch geschätzte Fähigkeit, sich sprachlich bilderreich ausdrücken zu können, ist von der ewigen Gewalt und der mit ihr eingehenden Angst stark verzerrt worden. Aus diesem Grund sprechen viele von uns heute nur noch eine vernarbte Sprache. Es ist eine Tragödie.“ Es ist absurd, Afghane zu sein Beim Stichwort „Tragödie“ sind wir dann schnell wieder bei unserem Theaterstück und der Enthusiasmus über die bevorstehende Aufführung kehrt umgehend zurück. Saleem, der Schauspieler, der die Rolle des „schönsten Selbstmordattentäters der Welt“ mit großem Gestus spielt, ist im Begriff seine aus Coca-Cola- und Pepsi-Dosen bestehende „Explosionsweste“ auszuziehen, als bei einer Kollegin das Smartphone klingelt. Die Nachricht: Ein Selbstmordattentäter, ein echter und definitiv nicht schön, hat sich soeben mitten in einer Bildungseinrichtung für angehende Studenten in die Luft gesprengt. Nur wenige Autominuten von uns entfernt, mitten in einer, hauptsächlich von Afghanistans schiitischer Volksgruppe der Hazara bewohnten Gegend in West-Kabul. Fünf meiner sechs Kollegen und ihre Familien leben dort. Darüber hinaus viele Freunde und Bekannte. Unsere gute Laune stirbt einen Sekundentod und die Handys werden nun zum wichtigsten Gut. In der Ferne hören wir die Sirenen der herbeieilenden Ambulanzen. Jetzt zählt jede Minute. Nach ersten Schätzungen sind 12 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende verletzt. Absurdes Theater. Kabul, Afghanistan. 15.08.2018. 21:37. Ich sitze mit drei weiteren Kollegen in unserem, nur drei Kilometer vom Tatort entfernten Büro.Mittlerweile ist die Anzahl der Todesopfer auf mindestens 35 angewachsen. Zum Glück ist von unseren Leuten niemand unter den Opfern, aber dafür sind einige Bekannte verletzt oder noch verschollen. Meine langjährigen Weggefährten können ihre Wut und Fassungslosigkeit nur schwer kontrollieren. Auch Tränen der Empörung und Machtlosigkeit fließen. Vor allem die ewig gleiche Gefühlsheuchelei der afghanischen Regierung und ihrer internationalen Unterstützer sowie das ebenso übliche, zutiefst abartige offizielle Kondolenzgeschwafel der Taliban, die natürlich jegliche Beteiligung verneint, schürt die Wut meiner seit Jahren mit Hoffnungslosigkeit und politischer Depression kämpfenden Freunde. Draußen mischen sich die Sirenen der Rettungswagen mit den Gebetsrufen der sunnitischen Moscheen im Umkreis. Wir alle bekommen sofort eine Gänsehaut. Leider hat sich der Krieg in Afghanistan in den letzten Jahren verstärkt auch wieder zu einem Krieg sunnitischer gegen schiitischer Muslime entwickelt, wobei letztere schon mindestens seit der Herrschaft des „Eisernern Emirs“ Abdur Rahman Khan im späten 19. Jahrhundert immer wieder als „Ungläubige“ und „Spione“ für das ebenfalls schiitische Iran bezichtigt werden. Es kommt in regelmäßigen Abständen zu Aufrufen radikaler sunnitischer Führer, die Kāfirs endlich auszurotten. Einer meiner Kollegen berichtet von einem kürzlich bekannt gewordenen Vorfall, in dem führende Mitglieder des afghanischen Sicherheitsstabs auf Kosten der afghanischen Schiiten einen, später als „Witz“ entschuldigten, rassistischen Kommentar tätigten, in dem sie alle Schiiten in den Iran „zurückschicken“ wollen. Wir entscheiden uns als Antwort darauf eine Art afghanisches Haiku zu komponieren und per Tweet weiterzugeben: An jene, für die sich nichts geändert hat Sie haben genau das gemeint, was sie gesagt haben. Mittelmäßige Menschen mit noch mittelmäßigeren Meinungen. Würdet ihr uns endlich in Frieden lassen? Kurzum, zu Witzen ist hier heute Abend niemand aufgelegt. Im Gegenteil. 17 Jahre nach dem Sturz der Taliban ist die allgemeine Lage im Land so prekär wie nie zuvor. Die Zahl ziviler Opfer steigen von Tag zu Tag, die afghanische Regierung und die internationale Gemeinschaft haben fast sämtlichen Kredit der immer wieder aufs neue gebeutelten Bevölkerung verspielt, und mit dem kürzlichen Auftauchen des IS im Osten des Landes ist ein zusätzlicher, absolut unbarmherziger Kriegsakteur auf die Bühne getreten, der gewillt scheint, die Leidensfähigkeit der Afghanen endgültig und für alle Zeiten zu brechen. „Das Resultat ist, dass für eine wachsende Mehrheit von uns selbst die Vorstellung von Frieden und Gerechtigkeit, geschweige denn der Traum von einem glücklichen und selbstbestimmten Leben, immer mehr zu einer ontologischen Unmöglichkeit werden. Was für fast alle von uns zählt, ist allein das Überleben. Alles andere ist Luxus“, so Hadi Marifat, Intellektueller und Dichter, und seit rund zehn Jahren einer meiner engsten Freunde. Beschäftigung mit Malewitsch Diese, für die Anhänger von Deportationen afghanischer Asylbewerber aus Deutschland möglicherweise unangenehme, Situationsanalyse hält uns an diesem Abend andererseits nicht davon ab, genau das Gegenteil von dem zu tun, was Hadi gerade gesagt hat, das heißt, wir widmen uns dem Luxus der (politischen) Kunst, in diesem Fall der afghanischen Aneignung von Kasimir Malewitsch‘s Das Schwarze Quadrat. Dieses dient als Eingebung für ein grau-schwarzes afghanisches Quadrat, welches den individuell und kollektiv ständig erlebten Übergang von Traurigkeit (Grau) und Schwermut (Schwarz) und zurück symbolisieren, und als bewusst abstrakt gewähltes Titelbild für unser neues Stück fungieren soll. Gemeinsam mit dem Schriftsteller und Bildenden Künstler Hamid (Spitzname: „Fidel“) diskutieren wir heiß darüber, ob das Symbol des Quadrats nicht besser durch ein Minuszeichen ersetzt werden sollte, da die afghanische Wirklichkeit so unfassbar hart ist, dass sämtliche auch nur erträumte Neuanfänge immer mindestens bei minus 100 beginnen. Betroffenes Schweigen. Hadi und Hamid torkeln durch den Raum wie zwei schwer angeschlagene Boxer, und ich denke an Heiner Müller‘s „Worauf wollen die eigentlich aufbauen? Ich habe sie genau beobachtet: sie haben nur Erinnerungen an Unglück.“ Ein plötzliches Handyklingeln rettet uns vor dem bevorstehenden K.O. Hadi wird gebeten eine Führungsrolle in der Organisation der am morgigen Donnerstag stattfindenden Trauerfeier für die Opfer des Anschlags zu übernehmen. Gong zur Runde 11. Die eben noch verstümmelten Flügel wachsen wieder nach. Für die nächsten Stunden sind die beiden frenetisch am Telefonieren, Tweeten und Planen, gepaart mit gelegentlichen Momenten von existenzieller Lähmung ob der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens in Afghanistan. Fidel schlägt vor, dass unser nächstes Stück eine afghanische Umsetzung von Beckett‘s Warten auf Godot sein sollte: „Auch wir warten seit Jahren darauf, dass uns jemand rettet, aber sowohl unsere vermeintlichen Erlöser als auch unsere eigenen Versuche, diese Drecksspirale endlich zu unterbrechen, führen immer wieder in die selbe Sackgasse der verstümmelten Hoffnungen. Es ist einfach nur absurd, Afghane zu sein. Ich will hier raus.“ Trotzdem wird bald weiter telefoniert und getweetet. Das Organisationskommittee ist mittlerweile auf 50 Personen angewachsen, und obwohl es schon weit nach Mitternacht ist, versucht Hadi, die Familienmitglieder der Opfer zu kontaktieren und gemeinsam mit ihnen zu koordinieren, ob und wenn ja wo und wann die zum großen Teil verstümmelten Körper der nun bereits 45 bestätigten Todesopfer gemeinsam beerdigt werden sollen. Eine Gedenkstätte ist angedacht, aber schnell stellt sich heraus, dass die wenigsten der Opfer bis dato identifiziert wurden und das jene, die einen Namen haben oft keine Familienangehörigen in der Stadt haben, sondern als Hoffnungsträger der Zukunft einer ganzen Familie aus den ländlichen Gebieten nach Kabul geschickt wurden, und dort bei entfernten Bekannten lebten. Anders ausgedrückt, viele Familienangehörige dürften es noch nicht einmal wissen, dass ihre Kinder vor wenigen Stunden bei einem Anschlag ums Leben gekommen sind. Erstickendes Schweigen Eine Entscheidung muss her. Die Körper müssen innerhalb von 24 Stunden gewaschen und beerdigt sein. Endlich wird entschieden, dass die Gedenkstätte ein Muss ist. Ansonsten werden die Körper wortwörtlich vom Erdboden verschwinden. Ein letzter Telefonanruf. Es wird vereinbart in wenigen Stunden, um 06.00, einen lokalen Polizeichef zu treffen, der bei dem geplanten Massenbegräbnis die Sicherheit der Anwesenden garantieren soll. Vor wenigen Wochen war es in einer ähnlichen Situation zu einem weiteren Anschlag gekommen, bei dem erneut zahllose Menschen, in diesem Fall die Angehörigen am Vortag ermordeter Personen, ums Leben kamen. Das soll dieses Mal unbedingt verhindert werden. Hamid schläft vor uns auf dem Boden. „Hadi jan, geh zu Bett. In zwei Stunden musst du schon wieder hoch.“ Kabul, Afghanistan. 16.08.2018. 03:40. Es klopft an der Tür. Hadi tritt ein. „Hjalmar jan, ich kann nicht schlafen. Können wir noch ein wenig plaudern?“ Wir setzen uns auf den Boden. Das Licht bleibt aus. Erstickendes Schweigen. Dann Hadi‘s Frage: „Wie oft kann der Phoenix aus der Asche steigen bis er vor Müdigkeit und Verzweiflung an Hoffnungslosigkeit krepiert? „ Ich antworte irgendeinen Stuss. Irgendetwas mit „die Zukunft gehört den Afghan_innen, weil sie/ihr seit Jahrzehnten die Kunst des Überlebens, des Widerstands und der Unerschütterlichkeit trainiert habt, und es genau diese Fähigkeiten sind, die wir im Westen schon vor langer Zeit verloren haben.“ Hadi ist nicht überzeugt. Wieso sollte er auch? Nichtsdestotrotz einigen wir uns, dass Afghanistan und seine Menschen der Welt noch so manches anzubieten haben. Ein weiterer Haiku wird geschrieben: An jene, die denken, sich nicht ändern zu müssen Wir haben eure Ratschläge satt. Sie haben nicht funktioniert. Jetzt hört hier uns mal zu. Wir umarmen uns. „Schlaf gut. Wir sehen uns in ein paar Stunden.“ Kabul, Afghanistan. 16.08.2018. Die genaue Zeit hat keine Bedeutung mehr. Es ist einfach nur der Zeitraum nach einem weiteren Selbstmordanschlag in einem Land, in dem die Träume und Hoffnung der allermeisten Menschen seit Generationen immer neuen Vernichtungsfeldzügen ausgeliefert sind. Wäre Beckett heute noch am Leben, er würde an Afghanistan zu Grunde gehen. Warten auf Godot wird hier zum Warten auf den nächsten Selbstmordanschlag, und im Gegensatz zu Godot, der niemals kommt, besteht für alle meine afghanischen Kollegen kein Zweifel, dass der nächste Selbstmordanschlag immer irgendwann kommt. Gefrei dem Motto: „Es hat sich schon seit Tagen niemand mehr in die Luft gesprengt. Es kann nicht mehr lange dauern, und dann heißt es wieder Gräber schaufeln.“ Apropos Gräber schaufeln. Wir haben unsere Proben für heute aus offensichtlichen Gründen verschoben. Stattdessen waren Hadi, Doktor Sharif, Saleem, Fidel, Assad, Yunus, Qazim, Khatera und Zahra, die letzten beiden sind die zwei Hauptdarstellerinnen des neuen Stücks, auf der Gedenkfeier für die Opfer, wo sie gemeinsam mit Hunderten von Menschen und ohne den versprochenen Polizeischutz das Massengrab für die Anschlagsopfer per Schaufel mit aus dem Boden gehoben haben. Insgesamt neun zerstückelte Körper sind bei extremer Hitze und gegen den Widerstand von bewaffneten Milizen, die den Gedenkort plötzlich für sich beanspruchen wollen, wortwörtlich zu Grabe getragen worden. Nichts als die Wahrheit Zurück im Büro sitzen meine Freunde und Kollegen, solidarische Totengräber allesamt, völlig erschöpft und stumm vor mir. Ich serviere ihnen Tee. Kaltes Wasser ist aus, weil wir heute keinen Strom haben. Prost Tee. Einer meiner Kollegen schläft sofort ein. Hadi ist mit seinen Kräften ebenfalls am Ende, aber er tweetet und telefoniert irgendwie weiter. Doktor Sharif misst sich selbst den Blutdruck. Saleem ist der schönste Mensch der Welt. Khatera und Zahra waschen sich den Sand aus den Gesichtern. Sand des Trauers und der Wut. Fidel schüttelt nur mit dem Kopf und murmelt etwas in sich hinein. Todesfuge. Vielleicht hatte Adorno doch recht. Einen weiteren Haiku schreiben wir jedenfalls (noch) nicht. Stattdessen bitte ich einige meiner lieben Freunde mir in einem Satz oder einer Frage zu beschreiben, wie es dort war auf dem Gedenkhügel. Was sie gefühlt oder gedacht haben als sie dort am graben waren. Ihre Antworten sind eine Anklage gegen alle, die in Afghanistan weiter den Krieg forcieren und von ihm profitieren: „Ich habe mich gefragt, wer mein Grab schaufeln wird, wenn ich irgendwann Opfer eines Anschlags werden sollte.“ (Saleem) „Bis vor kurzem noch habe ich auf genau jenem Hügel mit Freundinnen regelmäßig ein Picknick gemacht. Heute habe ich dort ein Massengrab ausgebuddelt und die Körper meiner Landsleute begraben. Ich frage mich, wie ich diesen Hügel in der Zukunft erinnern werde: Als Hügel der Freude oder als Hügel des Leids?“ (Khatera) „Ich habe die ganze Zeit an nichts anderes als an die Sicherheit der Anwesenden denken können. Es waren überhaupt keine Sicherheitskräfte vor Ort. Es wäre ein leichtes gewesen, uns alle in die Luft zu sprengen. Es tut mir leid, dass ich nicht habe an die Opfer denken können. Ich bin vor Schmerz wie betäubt.“ (Hadi) „Das Schlimmste von allem ist, dass ein gewaltsamer Tod für uns immer mehr zur Norm wird. Ich frage mich ständig, wann es mich endlich treffen wird. Ich hoffe nur, dass der Tod schnell eintritt, und ich nicht tagelang langsam verrecke.“ (Zahra) „Ich verstehe, dass es pathetisch klingen mag, aber trotz aller Trauer und Wut hat mir der Tag heute auch Mut gemacht. Wir waren hunderte, die trotz aller Angst, Opfer eines weiteren Anschlags zu werden, unsere verdammte Pflicht getan und die Opfer beerdigt haben. Außerdem haben wir den Feinden unserer Gesellschaft gezeigt, dass wir uns von ihnen definitiv nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil, genug ist genug, und jetzt lass uns unser Theaterstück aufführen!!!“ (Khatera) Morgen Generalprobe Nein, Khatera jan, deine Worte sind nicht pathetisch. Du und die anderen, ihr sprecht einfach nur die Wahrheit, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Und wir, die wir auf unterschiedliche Art und Weise dazu beitragen, dass ihr mehr Zeit investiert, euren baldigen Tot zu antizipieren als gemeinsam mit euren Lieben das Leben zu genießen, wir haben verdammt noch mal die Pflicht, euch zuzuhören und dann zur Tat zu schreiten und dem ganzen Spuk von unser Seite aus, ein Ende zu setzen. Es ist und bleibt (fast) ein Verbrechen bei der derzeitigen Lage in Afghanistan über ein lächerliches WM-Vorrundenaus zu sprechen, weil es definitiv ein Schweigen über viele Untaten einschließt. Der dort ruhig die Menschen zurück in ein Kriegsgebiet schickt, ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Mitmenschen, die in Not sind? Ein seit mehr als zwölf Jahren stets aufgesetztes Lächeln deutet auf Unempfindlichkeit hin. PS: Generalprobe morgen um 09.00.
Hjalmar Jorge Joffre-Eichhorn ist ein deutsch-bolivianischer Regisseur, der seit 2007 in Kabul arbeitet. 2013 erschien sein Buch Wenn die Burka plötzlich fliegt

Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag.

Kommentare sind deaktiviert.

15030 Besucher online
15030 Gäste, 0 Mitglied(er)
Jederzeit: 15030 um/am 09-24-2018 07:04 am
Meiste Besucher heute: 15030 um/am 07:04 am
Diesen Monat: 15030 um/am 09-24-2018 07:04 am
Dieses Jahr: 15030 um/am 09-24-2018 07:04 am