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Google Maps radiert palästinensische Dörfer aus und gefährdet so das Leben zahlreicher Palästinenser

Am 27. September feierte Google seinen 20. Geburtstag. Google Maps, so der Vorwurf der Interessenvertretung 7amleh (Feldzug/Kampagne), riskiere das Leben der Palästinenser, da sie einen Standpunkt verträten, der allein der israelischen Regierung nützlich sei. Es bestünde auf Google Maps eine klare Diskrepanz der Sichtbarkeit palästinensischer Dörfer im Vergleich zu der israelischer Dörfer.
Nadim Nashif, Mitbegründer von 7amleh, sagte dem New Arab:

Dies ist ein Beweis dafür, dass Google die israelische Agenda, Palästina von der Karte zu löschen, eindeutige fortsetzt, was für palästinensische Zivilisten sehr gefährlich ist (…). Google ist letztlich einer der wichtigsten Faktoren der Informationsbeschaffung. Sie wissen das und sie nutzen ihre Macht unverantwortlich.

Die Routenplanung des Anbieters, so 7amleh, ist für israelische Siedler gemacht, nicht für Palästinenser. Die illegalen israelischen Siedlungen sind für Palästinenser tabu. Der Routendienst bietet ihnen jedoch nicht die Möglichkeit, diese zu umgehen. 2016 löschte Google Maps zudem die Bezeichnungen „Westjordanland“ und „Gaza“ und ersetzte sie durch Israel.
Die palästinensischen Dörfer in der Naqab-/Negev-Wüste sind fast gänzlich unsichtbar gemacht. Nur wenn jemand genau weiß, wo sie sich befinden, kann man sie ausfindig machen:

Karte von 36 palästinensischen Beduinen-Dörfern in der Naqab (Wüste in Israel), nur sichtbar auf Google Maps, wenn man weit genug reinzoomt. 

36 #Palestinian Bedouin villages in the #Naqab in #Israel only visible on @GoogleMaps if zoomed in far enough#MappingSegregationhttps://t.co/QpIKcRcnnkPicture Credit: Bimkom pic.twitter.com/LkPQityLzm— 7amleh حملة (@7amleh) September 19, 2018
Die israelischen Dörfer hingegen sind deutlich gekennzeichnet und leicht auffindbar. Damit verletze Google systematisch die Menschenrechte von Palästinensern.
Eine sichere Alternative bietet die russische Navigations-App Maps.Me, die auch als Offline-Version heruntergeladen werden kann. Denn ein anderes Problem ist der fehlende 3G-Empfang für die Palästinenser. Durch Open-Source-Mapping wurden Straßen, Schulen, Geschäfte, Plätze etc. in den Palästinensergebieten hinzugefügt.
Mustafa lebt in der Stadt Dschenin im Westjordanland und leitet dort ein Theater. Auf die Frage von RT Deutsch, wie er sich zurechtfindet, antwortet Mustafa:

Versuchen und Versagen. Oder man bleibt einfach dort, wo man ist und geht nirgendwo hin, wenn man den Weg nicht kennt. Es gibt eine App, die im Westjordanland funktioniert und „Ways“ heißt. Die weist Dir im Westjordanland den Weg. Sie wurde ursprünglich für die IDF (Israelische Verteidigungsstreitkräfte) erstellt, ist jetzt aber öffentlich – aber ich besitze seit Jahren kein Mobiltelefon, benutze sie also nicht. 

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