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„Interessen im eigenen Hinterhof“: Briten wollen 800 Soldaten in die Arktis entsenden

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson sagte dem Sunday Telegraph, er sei zunehmend darüber besorgt, dass das britische Militär nicht mit Russland im hohen Norden Schritt halten könne. Klimawandel und Geografie würden die Arktis anfällig für Russland machen, argumentierte er und erklärte auch, dass schmelzendes Eis die Region mit ihren natürlichen Ressourcen so schiffbar gemacht hat wie nie zuvor.

Im Vorfeld seiner Rede auf einer Tory-Konferenz am Sonntag sagte er, dass die russische U-Boot-Aktivität im Nordatlantik ein „erhöhtes Tempo“ aufweise, was zeige, dass Großbritannien „demonstrieren müsse, dass wir da sind“. Aber wie?
Rund 800 Royal Marines und Army-Kommandotruppen werden im Laufe des nächsten Jahrzehnts jeden Winter nach Norwegen entsandt, berichtete die Zeitung. Sie werden neben US-Marines und norwegischen Truppen operieren. Williams sagte dazu:

Wenn wir unsere Interessen dort schützen wollen, was effektiv unseren eigenen Hinterhof darstellt, ist das etwas, was wir tun müssen.

Der Teil mit dem „Hinterhof“ könnte bei vielen für Verwirrung sorgen, denn die Frage, ob das Vereinigte Königreich ein arktischer Staat ist oder nicht, bleibt offen.
Williamsons „Geografie“ beiseite gestellt, gibt es einen Arktischen Rat, ein großes internationales Gremium, das acht Länder mit Souveränität über die Länder innerhalb des Polarkreises vereint, nämlich Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Russland, Schweden und die USA. Abgesehen davon gibt es zahlreiche Beobachterstaaten, darunter Großbritannien.
Im Jahr 2011 hat der Rat seine Kriterien für die Zulassung von Beobachtern präzisiert: die Staaten müssen „die Souveränität, die souveränen Rechte und die Gerichtsbarkeit der Arktisstaaten in der Arktis anerkennen“, was Großbritannien auch getan hat.
Das britische Außenministerium erklärte 2013, dass es „die souveränen Rechte der Arktisstaaten auf Ausübung der Hoheitsgewalt über ihr Hoheitsgebiet unterstützen und respektieren wird“. Der Arktische Rat wurde 1991 gegründet, um die Feindseligkeiten zwischen den Nationen des hohen Nordens aus der Zeit des Kalten Krieges zu überwinden.

Es scheint jedoch, dass das Gespenst des Kalten Krieges noch nicht ganz verschwunden ist, zumindest nicht aus Williamsons Kopf.
„Wenn wir die Uhr zehn Jahre zurückdrehen könnten, dachten viele Leute, dass die Ära der U-Boot-Aktivitäten im Hohen Norden, im Nordatlantik, und die Bedrohung, die sie darstellten, mit dem Fall der Berliner Mauer verschwunden sei“, sagte er und behauptete, die Bedrohung sei „wirklich wieder in den Vordergrund gerückt“.
Russland verstärkt in der Tat seine militärische Präsenz in den Polarregionen und hat auch gewarnt, dass der Schutz seiner Interessen dort „weiterhin zu den obersten Prioritäten der russischen Streitkräfte gehört“.
Die russische Arktisforschung ist jedoch keineswegs auf militärische Aktivitäten beschränkt. Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass Moskau eine gigantische Eisenbahntrasse baut, um den Handel zwischen Europa und Asien zu fördern, und sogar die Öffnung der Arktis für chinesische Touristen in Betracht zieht.
Mehr zum Thema – Verteidigungsminister Schoigu: Müssen uns auf militärische Konflikte in der Arktis vorbereiten

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