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Neue Details im britischen Agententhriller – Bellingcat präsentiert Identität und Bilderbuchkarriere

Knapp eine Woche, nachdem das Rechercheteam von Bellingcat herausgefunden haben will, dass Alexander Petrow, einer der beiden russischen Staatsbürger, die im Zusammenhang mit der Skripal-Affäre unter Verdacht gestellt wurden, ein Agent der russischen Geheimdienste sein soll, folgte am Mittwoch die Meldung, Bellingcat habe des Verdächtigen „wahre Identität enthüllt“.
Mehr zum Thema – Ein endloser Agententhriller: Die Enthüllungen von Bellingcat zu Alexander Petrow
Stationen einer Geheimdienstkarriere

Die Online-Ermittlungstruppe Bellingcat, die dem pro-NATO Think Tank Atlantic Council angehört, hat ungeachtet der zahlreichen Zweifel an früheren „Erkenntnissen“ am Mittwoch einen neuen Bericht veröffentlicht und ist sich seiner von keinerlei Behörden bisher bestätigten Untersuchungsergebnisse scheinbar sicher:

Bellingcat und sein Ermittlungspartner The Insider – Russia haben die Identität eines der Verdächtigen bei der Vergiftung von Sergej und Julia Skripal sowie bei der Ermordung der britischen Staatsbürgerin Dawn Sturgess endgültig festgestellt.“ 

Demnach soll der bisher als Ruslan Boschirow bekannte Mann tatsächlich „Oberst Anatolij Tschepiga“ sein, der nicht nur ein waschechter und hochdekorierter Offizier des russischen Militärnachrichtendienst GRU sei. Der russische Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich soll ihm in einer geheimen Zeremonie die höchste militärische Auszeichnung Russlands verliehen haben und zwar vermutlich für dessen Operationen in der Ostukraine, womit sich der Kreis aller möglichen Unterstellungen gegenüber dem Kreml gar schließt. Weitere Details in dem Bericht, beispielsweise über den Besuch einer Eliteschule für Marinesoldaten und die Vergabe des Decknamens Boschirow lesen sich wie Stationen einer Bilderbuchkarriere für Geheimdienstagenten. 
Zwar habe ein ungenannter russischer Militärexperte, der für den Bericht befragt wurde, sich sehr überrascht gezeigt, dass ein hochdekorierter Oberst auf einen Feld-Einsatz wie jenen mutmaßlichen in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entsendet worden sein soll. Eine derartige Operation wäre eher einem niederrangigeren „Außendienstmitarbeiter“ übertragen worden. Der ungewöhnliche Vorgang wird jedoch umgehend als Beweis dafür ausgelegt, dass der Auftrag „auf höchster Ebene“ erteilt worden sei.
Britische Beamte haben sich bis zum Abend nicht zu den neuesten Erkenntnissen des Recherchenetzwerks Bellingcat, die auch auf der Inernetseite The Insider veröffentlicht wurden, geäußert. 
Mehr zum Thema – Im Müll gelandet: Londons Lüge über die vermeintliche Skripal-Tatwaffe
Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, machte im Zusammenhang mit den früheren Enthüllungen von Bellingcat bezüglich der Identität der vermeintlichen Täter auf eine Reihe von Ungereimtheiten aufmerksam. So werfen der Zeitpunkt der Ermittlungen sowie die Vorgehensweisen Fragen auf. Das angeblich unabhängige Medium verbreitete unter dem Deckmantel von „Enthüllungen“ vorsätzlich Fehlinformationen.
Der Gründer des Bellingcat-Netzwerkes, Eliot Higgins, ist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Thinktanks Atlantic Council. Er selbst gab an, dass „Russlands Lügen“ den Kern der Untersuchungen von Bellingcat ausmachen – das behauptete er im Jahre 2016 in einem DW-Interview. Bellingcat hatte auch zu dem Fall MH17 eine Reihe eigener „Ermittlungen“ präsentiert, welche bisher jedoch weitestgehend widerlegt wurden.
Großbritannien verweigert Zusammenarbeit 
Derweil teilte die russische Botschaft in London am Mittwoch mit, dass der Antrag der Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation auf Zusammenarbeit im Rahmen der Untersuchungen zum Fall Skripal vom britischen Innenministerium abgewiesen wurde.

In der Praxis bedeutet dies, dass das Vereinigte Königreich sich weigert, der russischen Untersuchung alle Informationen oder Beweise zur Verfügung zu stellen, die von der britischen Polizei bei der Arbeit an dem Vorfall von Salisbury gesammelt wurden.“

Mit der Verweigerung der Zusammenarbeit habe die britische Seite bestätigt, dass die Ziele ihrer Kampagne um die Vergiftung von Sergej und Julia Skripal von Anfang an „ausschließlich im Bereich der Politik und Propaganda“ lagen.

Es hat nichts mit dem Bestreben zu tun, die Wahrheit festzustellen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Die Tatsache, dass die Entscheidung, die Unterstützung abzulehnen, auf höchster Ebene getroffen wurde, ist ein weiterer Beweis für die Ausübung der politischen Kontrolle über die Untersuchung.“

Großbritannien verstoße damit gegen seine völkerrechtlichen Verpflichtungen und weiterhin gegen bestehende Konsularabkommen, indem der russischen Seite der konsularische Zugang zu den Skripals verweigert wurde. Die Untersuchung wurde als Verstoß gegen den Grundsatz der Pressefreiheit und das Recht der Öffentlichkeit auf Zugang zu Informationen eingestuft.

In der Zwischenzeit werden die Anschuldigungen, die nicht durch Beweise gestützt werden, dazu benutzt, die antirussische Hysterie in Großbritannien zu schüren und unser Land auf der internationalen Bühne zu isolieren.“

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