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UN schlägt Alarm: Über 20 tote Zivilisten innerhalb von zwei Tagen durch Luftschläge in Afghanistan

Innerhalb der ersten sechs Monate diesen Jahres, so stellte die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) fest, ist die Zahl der Opfer unter den Zivilisten durch Luftschläge in Afghanistan um 52 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr gestiegen. 149 Menschen kamen ums Leben, 204 wurden verletzt. 

Neun der getöteten Zivilisten in der Kapisa Provinz stammen aus einer Familie. Unter den Getöteten sind hauptsächlich Frauen und Kinder. In Kapisa bekämpften afghanische Streitkräfte die Taliban. 

Aus anderen Berichten aus der Provinz Maidan Wardak geht hervor, dass am Sonntag zwei Frauen und zehn Kinder zwischen 6 und 15 Jahren aus einer Familie durch einen Luftangriff ums Leben kamen. Dabei habe es sich um eine afghanische Militäroperation gehandelt. Der afghanische Verteidigungsminister Ghafor Ahmad Jawed sagte, der Militäreinsatz in Maidan Wardak habe acht afghanische Soldaten befreit, die von den Taliban gekidnappt worden seien, dabei wurden 11 Terroristen getötet. 
Die Vereinten Nationen räumten ein, dass es nicht eindeutig sei, wer die Schuldigen für die Luftangriffe seien. Im Kampf gegen die Taliban setzen auch die afghanischen Streitkräfte vermehrt auf Luftschläge. Der Großteil der Angriffe aus der Luft wird jedoch von der US-Armee durchgeführt. 
US-Kommandeur Grant Nelly, Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan, sagte: 

Wir überprüfen derzeit alle operativen, relevanten und glaubwürdigen Informationen über unsere Aktivitäten in den Provinzen Wardak und Kapisa, einschließlich der Informationen, die von unseren afghanischen Partnern und lokalen Führungskräften bereitgestellt werden. 

Nelly sagte auch, dass sein Land mehr als alle anderen unternähme, um tote Zivilisten zu vermeiden.

Am Rande der UN-Vollversammlung tauschten UN-Generalsekretär António Guterres und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg ihre Ansichten zur Sicherheitssituation in Afghanistan aus. Dabei begrüßten sie die Zusammenarbeit der NATO und der UN in Afghanistan. Stoltenberg huldigte der Opfer der Terroranschläge des 11. Septembers 2001: 

In den Tagen nach dem 11. September halfen NATO-Flugzeuge, den amerikanischen Himmel zu patrouillieren. Bald darauf wurden Truppen der NATO-Bündnispartner nach Afghanistan entsandt, um zu verhindern, dass dieses Land jemals wieder zu einem sicheren Zufluchtsort für internationale Terroristen wird. 

Nachdem die UN die Zahlen bekannt gab, kamen weitere zivile Opfer hinzu. Am Dienstag töteten Bomben aus der Luft in Chardara (Provinz Kunduz) drei Menschen: eine 45 Jahre alte Frau und zwei Mädchen. Die Leichen wurden, von Protesten begleitet, durch die Straßen von Kunduz getragen. Die Demonstranten machten dabei ihrer Wut gegen die USA und die afghanische Regierung Luft. 
Mehr zum Thema – Afghanistan: Und immer wieder grüßt das amerikanische Murmeltier

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