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Ursache unbekannt: Hohe Zahl an Neugeborenen mit fehlenden Gliedmaßen in drei französischen Regionen

In den französischen Regionen Bretagne, der Loire-Atlantique und in Ain, nahe der Schweiz, wurden mehr als ein Dutzend Kinder mit fehlenden Gliedmaßen geboren. Eine anschließende Untersuchung blieb ohne Ergebnis. Jetzt, nachdem elf weitere Fälle in der Region Ain innerhalb eines 17-Kilometer-Radius rund um das Dorf Druillat auftauchten, wurden die Untersuchungen wieder aufgenommen.

Es wird befürchtet, dass die Zahl der Fälle weitaus höher sein könnte, als bisher bekannt, denn nur 19 Prozent der Register in Frankreich vermerken Missbildungen bei der Geburt, wie fehlende Gliedmaßen. Rückwirkend festzustellen, wie viele Kinder betroffen sind, ist schwierig. Die Vorkommnisse erinnern an den Skandal um Thalidomide. Das Medikament gegen Morgenübelkeit für Schwangere, so stellte sich nach Jahren heraus, verursachte Fehlbildungen des Fötus. 
Die Gesundheitsministerin Agnes Buzyn:

Ich denke ganz Frankreich will es wissen. Wir wollen nichts ausschließen. Vielleicht hat es mit der Umwelt zu tun, oder etwas, was sie (die schwangeren Mütter) gegessen oder getrunken haben. Vielleicht etwas, was sie eingeatmet haben – im Moment weiß ich es einfach nicht. 

Die Eltern eines jetzt neun Jahre alten Jungen aus der Region Ain wussten vor der Geburt ihres Sohnes nicht, dass ihm eine Hand fehlte. Auf dem Ultraschall erkannten die Ärzte die Fehlbildung nicht. Die Leiterin des Wissenschaftlichen Komitees des Gesundheitszentrums von Ain, Dr. Elisabeth Gnansia, widerspricht einem ersten Bericht, nach welchem die Fälle in Ain zwischen 2009 und 2014 nicht höher als sonst gewesen seien: 

Nehmen wir an sie sind zwischen 2009 und 2014 geboren, was fünf Jahre sind. Können Sie sich vorstellen, dass in einer kleinen Dorfschule sieben Kinder der gleichen Schule eine Art Amputation des Unterarms haben? Wir brauchen dafür keine Statistik. Es ist hoch signifikant. Es ist 50 Mal mehr, als man erwartet. 

Die neuen Fälle seien in Ain binnen 15 Jahren aufgetreten, so der Bericht. Allein für die Zahl der Missbildungen in der Bretagne und der Loire-Atlantique wurde festgestellt, dass diese höher als normal seien. Eine Erklärung gibt es bislang nicht.  

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