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Wer setzt sich in Polen, noch eifriger als Hitler und Stalin, gegen die Unabhängigkeitsfeier ein?

Foto youtube.comDie Feierlichkeiten anlässlich des polnischen Unabhängigkeitstages am 11. November wurden sowohl von Adolf Hitler, als auch von Joseph Stalin und von allen anderen kommunistischen Machthabern untersagt. Seit 1989 ist Polen angeblich ein unabhängiger Staat, und das polnische Volk soll Freiheit genießen und sich endlich wie Herr im eigenen Haus fühlen. Schon seit vielen Jahren feiern Polen ihren Unabhängigkeitstag auf eine spontane Weise. Doch jedes Jahr ist das ein Problem für eine unsichtbare Macht: letztes Jahr waren es angeblich Faschisten und Nazis, Antisemiten und Rassisten, die eine lange Kolonne von 50 000, 70 000 oder sogar 100 000 Männern, Frauen und Kindern bildeten und durch die Straßen Warschaus mit polnischen Nationalfahnen zogen. In die ganze Welt wurde da Botschaft rübergebracht, dass in Polen „der Faschismus mutig seinen hässlichen Kopf hoch hebt“ und dass man dagegen etwas unternehmen muss, sonst wird es schlimm.
In diesem Jahr feiert Polen den hundertsten Jahrestag der Wiedergewinnung der Unabhängigkeit nach 123 Jahren Fremdherrschaft, während der Polen auf den politischen Landkarten Europas eigentlich nicht existierte. Die Feier wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Ihre Bedeutung ist prägend für das kollektive Bewusstsein der Nation. Und auf einmal wird sie ein Dorn im Auge unbekannter Mächte.
Am Anfang kündigte der polnische Präsident Andrzej Duda an, der sich selber als einen Patrioten darstellt, dass er am Marsch teilnehmen werde; dann, was zu erahnen war, zog er sich zurück. jQuery(„#footnote_plugin_tooltip_7“).tooltip({ tip: „#footnote_plugin_tooltip_text_7“, tipClass: „footnote_tooltip“, effect: „fade“, fadeOutSpeed: 100, predelay: 400, position: „top right“, relative: true, offset: [10, 10] });Dann sagte die Stadtpräsidentin Warschaus, dass sie den Marsch verbieten werde, wenn ihr von irgendwelchen Hindernissen oder Regelwidrigkeiten mitgeteilt wird; endlich traf sie eine endgültige Entscheidung und untersagte den Marsch. jQuery(„#footnote_plugin_tooltip_8“).tooltip({ tip: „#footnote_plugin_tooltip_text_8“, tipClass: „footnote_tooltip“, effect: „fade“, fadeOutSpeed: 100, predelay: 400, position: „top right“, relative: true, offset: [10, 10] });Zuletzt sagte der Präsident Andrzej Duda, dass er eine Art Gegen-Demo d.h. seinen eigenen Marsch führen werde, der mit dem spontanen konkurrieren werde. jQuery(„#footnote_plugin_tooltip_9“).tooltip({ tip: „#footnote_plugin_tooltip_text_9“, tipClass: „footnote_tooltip“, effect: „fade“, fadeOutSpeed: 100, predelay: 400, position: „top right“, relative: true, offset: [10, 10] });Er änderte auch den Namen davon: aus dem Unabhängigkeitsmarsch wurde der Weiß-Rote-Marsch.
Noch komischer läuft es in Breslau, der viertgrößten Stadt Polens im Südwesten des Landes. Der gerade seine Amtszeit endende Stadtpräsident traf da seine letzte Entscheidung und sein Nachfolger zugleich seine erste: sie untersagten in ihrer Stadt den ähnlichen Unabhängigkeitsmarsch wegen – und hier bedienten sie sich einer abgedroschenen Erklärung – “Nazis, Rassisten und Antisemiten”, die angeblich den Kern des Marsches bilden sollten. jQuery(„#footnote_plugin_tooltip_10“).tooltip({ tip: „#footnote_plugin_tooltip_text_10“, tipClass: „footnote_tooltip“, effect: „fade“, fadeOutSpeed: 100, predelay: 400, position: „top right“, relative: true, offset: [10, 10] });Damit es noch lustiger wird, will der neugewählte Stadtpräsident gerade zu dieser Zeit am indischen religiösen Fest Divali teilnehmen. jQuery(„#footnote_plugin_tooltip_11“).tooltip({ tip: „#footnote_plugin_tooltip_text_11“, tipClass: „footnote_tooltip“, effect: „fade“, fadeOutSpeed: 100, predelay: 400, position: „top right“, relative: true, offset: [10, 10] });(Nach Schätzungen verbleiben in der Stadt etwa 2000 Inder im Meer der 700 000 Breslauer). Gleichzeitig begrüßte er ein anderes Phänomen in Breslau: einen anderen Marsch, der an die Ereignisse vor 80 Jahren erinnern soll, die als Kristallnacht bekannt sind. Die wutentbrannten Einwohner des damals deutschen Breslaus zerschlugen damals die Schaufenster in jüdischen Geschäften. jQuery(„#footnote_plugin_tooltip_12“).tooltip({ tip: „#footnote_plugin_tooltip_text_12“, tipClass: „footnote_tooltip“, effect: „fade“, fadeOutSpeed: 100, predelay: 400, position: „top right“, relative: true, offset: [10, 10] });
Zusammenfassend: ein ganz fremdes indisches religiöses Fest JA, ein Erinnerungsmarsch wegen eines Zwischenfalls in der Geschichte eines anderen Landes, der eine andere Nation betraf JA. Doch ein Nationalfeiertag für Millionen eingeborener Einwohner NEIN.
Es wundert nicht, dass Adolf Hitler und Joseph Stalin von einer polnischen Nationalfeier nicht hören wollten; es versteht sich von selbst, dass Kommunisten (nicht unbedingt polnischer Abstammung) den Befehlen aus Moskau gehorchten und patriotische Gefühle und nationale Identität zerschmettern wollten. Es ist klar. Es bleibt nur die Frage offen: wer ist heutzutage daran interessiert? Wem dient das?

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